Pressemitteilungen 2011 [LDD]

[47/2011 - 14.09.2011]

B 6 in Meißen: Künftig besser gerüstet für Verkehrsstrom und Elbeflut

Landesdirektion Dresden schließt Planfeststellung für den Ausbau der Siebeneichener Straße ab

Die Landesdirektion Dresden hat für den Ausbau der Siebeneichener Straße in Meißen die Planfeststellung abgeschlossen. Antragsteller des Verfahrens war das Straßenbauamt Meißen-Dresden. Das Vorhaben umfasst - beginnend von der Einmündung der Poststraße - eine Baulänge von  knapp 1 600 Metern und folgt der Trasse der Siebeneichener Straße in ihrem heutigen Verlauf in Richtung Dresden.

Derzeit weist die Straße dort einen der Verkehrslast nach zu geringen Straßenquerschnitt auf. Zudem haben sich über längere Strecken der Trasse erhebliche Setzungen und Verformungen gebildet. Über große Abschnitte hinweg fehlt entlang der bebauten Seite der Bundesstraße ein Gehweg. Die Einmündungsbereiche der Anliegerstraßen sind zum Teil sehr ungünstig ausgebildet und dadurch werden Sichtbeziehungen im Bereich der Einmündungen erheblich behindert. Darüber hinaus sind auch geeignete Entwässerungsanlagen für die Verkehrsflächen nicht vorhanden. 

Die Ausbauplanung der Siebeneichener Straße, die im fraglichen Abschnitt zugleich als Bundesstraße 6 fungiert, berücksichtigt nun einerseits das gewachsene Aufkommen besonders des überregionalen Verkehrs und versucht andererseits, die momentan unzureichenden Bedingungen für Anwohner, Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.

Die Fahrbahn wird deswegen im Ausbauabschnitt durchgängig auf eine Breite von 7 Metern ausgebaut. Auf über einem Kilometer Länge wird auf der Westseite der Fahrbahn ein Gehweg mit einer Breite von 2 Metern neu angebaut, der nur an einzelnen Engstellen auf mindestens 1,5 Meter verringert wird.

Die Anzahl der öffentlichen Parkflächen wird im Ausbaubereich von 25 auf insgesamt 31 erhöht. Gleichzeitig erfolgt ein Ausbau der Bushaltestellen, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern und damit die Attraktivität des ÖPNV und die Verkehrssicherheit zu verbessern. Der parallel zur Bundesstraße, aber straßenunabhängig verlaufende Elberadweg wird im erforderlichen Maß dem überformten Verlauf der Straße und der neuen Hochwasserschutzanlage angepasst. Die Entwässerung der Straße wird für den auszubauenden Trassenabschnitt hauptsächlich durch eine Pumpstation, den zugehörigen Leichtflüssigkeitsabscheider sowie eine Rohrleitung zur Elbe hin gewährleistet.

Gleichzeitig wird bei der Ausbauplanung dieses Straßenabschnittes der bislang mangelhafte Hochwasserschutz berücksichtigt. Der Bauabschnitt ist der letzte der Bundesstraße 6 zwischen Dresden/Niederwartha und Zehren, der gegenüber einem bis zu 5-jährlichem Hochwasser noch ungeschützt ist. Der Straßenausbau wird nun mit der Errichtung einer 700 Meter langen Hochwasserschutzmauer mit elbseitiger Böschung an der Ostseite der Straße einhergehen. In Verbindung mit einer Filterschicht unter der Fahrbahn kann damit der Schutz vor 5-jährlichem Hochwasser auch in diesem Trassenabschnitt sichergestellt werden. Absehbar lassen sich damit die Sperrzeiten der Bundesstraße in Hochwasserlagen reduzieren.

Die gewählte Ausbauvariante schont die Naturräume entlang der Elbe. Dennoch stellt das Ausbauvorhaben einen Eingriff dar, dessen nachteilige Folgen für Natur und Landschaft auszugleichen sind. Zu diesem Zweck wird unter anderem ein ehemaliger Winterdienststützpunkt an der B 6 nördlich von Meißen entsiegelt. Darüber hinaus sind die Neuanpflanzung von Hecken und Einzelbäumen entlang der B 6 im Bereich des Sportplatzes und einer Obstbaumreihe entlang der Kreisstraße K 8074 nach Kaisitz vorgesehen.

Die öffentliche Auslegung des Planfeststellungsbeschlusses wird in der Stadt Meißen und der Gemeinde Käbschütztal erfolgen. Auslegungszeitraum und -ort werden rechtzeitig vorher bekannt gemacht.