Pressemitteilungen 2011 [LDD]

[39/2011 - 05.08.2011]

Landesdirektion Dresden warnt vor Waterzorbing auf offenen Gewässern

Die Landesdirektion Dresden warnt davor, sogenannte "Zorbbälle" – auch "Wasserwanderbälle" genannt – auf offenen oder tiefen Gewässern einzusetzen.
 
Zorbing ist eine ursprünglich aus Neuseeland stammende Freizeitaktivität, bei der ein Mensch im Inneren einer aufblasbaren, meistens transparenten, doppelwandigen Kugel aus Kunststofffolie einen Abhang hinunter rollt oder sich auf einer flachen Strecke bewegt.

Beim Waterzorbing hingegen steigen eine (oder auch mehrere) Person(en) in eine einwandige Folienkugel mit luftdichtem Reißverschluss. Helfer schließen diesen Reißverschluss und pumpen die Folienkugel mit Hilfe eines Gebläses auf. Die Benutzer können sich dann durch Laufen in dieser Kugel mehr oder weniger gut auf dem Wasser bewegen.

Werden derartige Zorbbälle in flachen Pools kurzzeitig verwendet, besteht zwar die Möglichkeit von Stürzen, Prellungen und Knochenbrüchen, aber kaum ein lebensgefährliches Risiko für gesunde Personen. Allerdings sollten Menschen mit Panikstörungen, chronischen Atemwegs-, Herz- und Kreislaufproblemen sowie chronischen Entzündungen des Mittelohres grundsätzlich nicht in solch einen Ball steigen, da aufgrund der hohen körperlichen Beanspruchung und des Überdruckes mit Komplikationen gerechnet werden muss.
 
Eine ganz andere Situation liegt vor, wenn Waterzorbing - wie in letzter Zeit öfter beobachtet – auf Teichen, Seen oder Talsperren durchgeführt wird. Wird der Zorbball dabei undicht – sei es durch Beschädigungen, Versprödung oder Mängel am Reißverschluss – entweicht die unter leichtem Überdruck stehende Luft. Der Ball sinkt tiefer in das Gewässer ein, wodurch die Luft noch schneller heraus gedrückt wird. Die Person im Ball kann schließlich durch den auf die Folie wirkenden Wasserdruck förmlich gefesselt werden und hat keine Chance, sich zu bewegen oder aus dem Ball zu befreien. Der von Luft entleerte Ball geht unter und die Person darin wird meist ertrinken, denn eine Rettung  dürfte nur sehr schwer möglich sein.

Darüber hinaus besteht auch die Gefahr des Erstickens durch Sauerstoffmangel oder eine Kohlendioxidvergiftung, wenn der Zorbball z. B. durch Wind auf einem großen Gewässer weit abgetrieben wird und nicht aufs Land gelangen kann. Der Insasse kann sich selbst kaum befreien und gelänge ihm die Öffnung des Reißverschlusses, würde er sofort versinken.

Die amerikanische Verbraucherschutzkommission CPSC hat bereits Ende Mai 2011 die Verbraucher wegen der potentiellen Risiken "Ersticken" und "Ertrinken" aufgefordert, die sogenannten "Wasserwanderbälle" nicht mehr zu benutzen und keine Erlaubnis dafür zu erteilen, die Produkte bei Volksfesten oder Veranstaltungen einzusetzen.